In der Schweiz gilt für Kinder und Erwachsene das gleiche gesetzliche Rahmenwerk der Krankenversicherung. Dennoch gibt es bei Kosten und Leistungen einige wichtige Unterschiede.
1. Prämie (monatlicher Beitrag)
- Kinder: Prämien ca. 50–70% tiefer als bei Erwachsenen.
- Junge Erwachsene (19–25): Ermäßigt, aber höher als Kinderprämie.
- Erwachsene: Zahlen die volle Prämie.
- Prämienhöhe hängt vom Kanton und Versicherer ab.
2. Franchise (jährlicher Selbstbehalt)
- Kinder: Franchise kann 0 CHF betragen – oft von Eltern gewählt.
- Erwachsene: Mindestfranchise 300 CHF, wählbar bis 2500 CHF.
- Kinder können auch eine höhere Franchise wählen (bis 600 CHF) für tiefere Prämien.
3. Selbstbehalt (10% Kostenbeteiligung)
- Erwachsene: Nach Franchise 10% Kostenbeteiligung, max. 700 CHF/Jahr.
- Kinder: Ebenfalls 10%, aber max. 350 CHF/Jahr.
4. Leistungen
- Die gedeckten Leistungen sind weitgehend gleich (Arzt, Medikamente, Spital).
- Kinderspezifische Leistungen:
- Obligatorische kinderärztliche Vorsorgeuntersuchungen.
- Obligatorische Impfungen vollständig gedeckt.
- Kinder- und Jugendpsychiatrie besser unterstützt.
5. Unfallversicherung
- Kinder: immer über die Grundversicherung gedeckt (kein Arbeitgeber).
- Erwachsene: bei ≥8h/Woche Arbeit durch Arbeitgeber versichert (Unfalldeckung in der Grundversicherung ausschliessbar).
6. Zahnmedizinische Versorgung
- Erwachsene: Grundversicherung deckt Zahnarztkosten nicht (nur bei schweren Erkrankungen).
- Kinder: In manchen Kantonen sind schulzahnärztliche Untersuchungen und Basisbehandlungen gedeckt.
Fazit
Das Krankenversicherungssystem für Kinder und Erwachsene basiert auf denselben Gesetzen, doch bei Prämien, Franchise und Zusatzleistungen bestehen deutliche Unterschiede. Familien sollten die Optionen sorgfältig prüfen, um optimalen Schutz für ihre Kinder zu gewährleisten.